GEOTECHNIK
Ratingen, Germany
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Geotechnik in Ratingen

Wenn der schwere Rammsondierbär mit 50 kg Fallgewicht auf das Gestänge trifft und die Schlagzahlen pro 10 cm Eindringung notiert werden, beginnt die bodenmechanische Untersuchung in Ratingen mit belastbaren Zahlen. Wir setzen schwere Rammsonden (DPH) und Rammkernsondierungen ein, um die quartären Lösslehmschichten zu durchörtern, die im Ratinger Stadtgebiet verbreitet anstehen und deren Konsistenz über die zulässige Sohlspannung entscheidet. Unterhalb des Lösses folgen verwitterte Ton- und Schluffsteine des Oberdevon, deren Festigkeit stark variiert – ein Umstand, der ohne eine sorgfältige bodenmechanische Untersuchung schnell zu unliebsamen Überraschungen bei der Aushubsohle führt. Die gewonnenen Proben wandern ins geotechnische Labor, wo wir sie nach DIN EN ISO 17892-1 bis -12 klassifizieren und die Scherparameter im Rahmenscherversuch ermitteln. Gerade im Übergangsbereich zwischen Verwitterungsdecke und Festgestein, wie er am Westhang des Angerbachs typisch ist, liefert die Kombination aus Drucksondierung und Laborversuch die Kennwerte, die für eine wirtschaftliche Gründung unverzichtbar sind. Ergänzend zur Sondierung kann eine Korngrößenanalyse die Sieblinie des anstehenden Bodens exakt bestimmen, was für die Beurteilung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB entscheidend ist.

Der Steifemodul eines Ratinger Lösslehms kann je nach Wassergehalt zwischen 8 und 25 MN/m² variieren – diesen Spielraum muss die Bemessung kennen.
Geotechnik in Ratingen

Ablauf und Umfang

Ratingen liegt am Übergang der Niederterrassenebene zum Rheinischen Schiefergebirge – hier wechselt bindiger Lösslehm auf kurzer Distanz mit sandig-kiesigen Terrassenablagerungen und tiefgründig verwittertem Schiefer. Diese kleinräumige geologische Heterogenität zwingt zu einem engmaschigen Aufschlussraster, denn wer sich auf Erfahrungswerte vom Nachbargrundstück verlässt, riskiert Fehlinterpretationen der Baugrundtragfähigkeit. Unsere bodenmechanische Untersuchung in Ratingen umfasst deshalb sowohl direkte Aufschlüsse per Rammkernsondierung als auch indirekte Verfahren wie die schwere Rammsondierung, die eine tiefenabhängige Lagerungsdichte- und Konsistenzbeurteilung liefert. Im Labor folgen dann die wirklich entscheidenden Versuche: Kompressionsversuch im Ödometer zur Bestimmung des Steifemoduls Es, Rahmenscherversuch für Reibungswinkel φ' und Kohäsion c' des entfestigten Schiefers sowie einaxiale Druckversuche an Gesteinsproben, wenn in Hanglage gespannte Fundamente auf Fels abgesetzt werden sollen. Die Auswertung erfolgt stets im Kontext der lokalen Hydrogeologie – der Grundwasserleiter in den Terrassensanden kann bei Starkregen rasch ansteigen und die effektiven Spannungen reduzieren. Für flach gegründete Bauwerke mit hohen Lasten empfiehlt sich eine Kombination mit dem Plattendruckversuch, um den Verformungsmodul Ev2 direkt auf Planumsebene nachzuweisen und die Rechenwerte der Laborversuche zu kalibrieren. Sämtliche Ergebnisse münden in einen Geotechnischen Bericht nach DIN 4020, der die charakteristischen Bodenkennwerte tabellarisch zusammenfasst und als Grundlage für die erdstatischen Nachweise nach Eurocode 7 dient.

Lokale Besonderheiten

In Ratingen-Mitte, auf den Lösslehmdecken westlich der historischen Altstadt, trifft man auf einen steifplastischen, setzungsempfindlichen Baugrund, der bei Wasserzutritt rasch aufweicht und seine Tragfähigkeit einbüßt. Nur drei Kilometer östlich, in Hösel, steht der devonische Schiefer oberflächennah an – ein völlig anderes Tragverhalten, aber mit eigenen Tücken: Die Verwitterungszone kann mehrere Meter mächtig sein und verhält sich wie ein stark überkonsolidierter Ton, der bei Entlastung zum Quellen neigt. Wer eine bodenmechanische Untersuchung in Ratingen beauftragt, muss diese geologischen Kontraste kennen und die Erkundung entsprechend ausrichten. Gerade bei Hanglagen entlang des Angerbachs oder in Breitscheid drohen zusätzlich Kriechbewegungen im Verwitterungshorizont, die nur mit Langzeit-Scherversuchen und sorgfältiger Porenwasserdruckabschätzung sicher beurteilt werden können. Die bodenmechanische Untersuchung liefert in solchen Fällen nicht nur die klassischen Scherparameter, sondern auch den Nachweis der Restscherfestigkeit entlang vorgezeichneter Gleitflächen – ein Aspekt, der für die Böschungsstabilität bei tiefen Baugruben in diesem Terrain unverzichtbar ist.

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Geltende Normen

DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892-1 bis -12: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben, DIN EN ISO 22476-2: Rammsondierungen (DPH), DIN 18196: Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1/-2): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik

Verwandte Dienstleistungen

01

Felduntersuchungen & Probenahme

Schwere Rammsondierung DPH, Rammkernsondierung und Entnahme gestörter sowie ungestörter Proben nach DIN EN ISO 22475-1. Aufschlusstiefen bis 15 m oder bis zum Erreichen des tragfähigen Felshorizonts.

02

Laborversuche Boden & Fels

Klassifikation (Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen), Kompressionsversuch, Rahmenscherversuch, einaxialer Druckversuch an Gesteinsproben. Alle Versuche nach DIN EN ISO 17892.

03

Geotechnischer Bericht & Gründungsberatung

Zusammenstellung der charakteristischen Bodenkennwerte, Homogenbereiche nach VOB/C, Setzungs- und Grundbruchberechnung, Vorschlag für Gründungssystem und Angabe der zulässigen Sohlspannung.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Wichte feucht γ (Lösslehm, steif)19,5 – 21,0 kN/m³
Reibungswinkel φ' (Schiefer, entfestigt)25° – 30°
Kohäsion c' (Lösslehm, steif)5 – 15 kN/m²
Steifemodul Es (Lösslehm, Erstbelastung)8 – 25 MN/m²
Durchlässigkeit kf (Terrassensand)1×10⁻⁴ – 5×10⁻³ m/s
Frostempfindlichkeitsklasse (Lösslehm)F3 (sehr frostempfindlich)
Bodengruppe nach DIN 18196 (Lösslehm)TL / TM
Verwitterungsgrad Schiefer (Ratinger Raum)stark entfestigt bis mürb

Gängige Fragen

Welche Laborversuche sind für eine Gründung auf Ratinger Lösslehm zwingend erforderlich?

Mindestens erforderlich sind die Bestimmung der Konsistenzgrenzen nach Atterberg, die Korngrößenverteilung zur Einstufung der Frostempfindlichkeit sowie Kompressionsversuche im Ödometer zur Ermittlung des Steifemoduls. Bei höheren Lasten oder setzungsempfindlichen Konstruktionen empfehlen wir zusätzlich Rahmenscherversuche zur Bestimmung der effektiven Scherparameter φ' und c', da der Lösslehm bei Wasserzutritt signifikant an Kohäsion verlieren kann.

Mit welchen Kosten muss ich für eine bodenmechanische Untersuchung in Ratingen rechnen?

Eine standortspezifische bodenmechanische Untersuchung mit drei Rammkernsondierungen, schweren Rammsondierungen und dem erforderlichen Laborprogramm bewegt sich in Ratingen typischerweise in einem Rahmen von €2.820 bis €5.070, abhängig von Aufschlusstiefe, Probenanzahl und dem gewählten Versuchsumfang im Labor.

Ab wann ist in Ratingen eine Gründung auf dem devonischen Schiefer wirtschaftlich sinnvoll?

Das hängt von der Mächtigkeit der Lösslehmüberdeckung und der Verwitterungszone ab. Liegt der ausreichend tragfähige Schiefer (einaxial >5 MN/m², Verwitterungsgrad mäßig) in weniger als 4 m Tiefe an, kann eine Flachgründung auf Fels oft wirtschaftlicher sein als Tiefgründungen im Lockergestein. Die genaue Grenztiefe ermitteln wir über die bodenmechanische Untersuchung und einen Variantenvergleich der Gründungskosten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ratingen und Umgebung.

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