Ratingen wächst nicht nur flächig, sondern auch in die Tiefe. Die Umwidmung alter Industrieflächen entlang der ehemaligen Textilachse und die Nachverdichtung im Zentrum zwingen die Baugrundsondierung in Bereiche, wo der Lösslehm über Rheinschottern sitzt. Wer hier Versickerungsmulden oder Abdichtungswannen plant, kommt um den Felddurchlässigkeitsversuch nicht herum. Laborwerte allein reichen bei geschichteten Terrassenkiesen nicht. Wir messen den kf-Wert direkt im Bohrloch. Im Lockergestein mit dem Lefranc-Verfahren, im Festgestein mit dem Lugeon-Test. Beide Verfahren liefern die belastbaren Kennwerte, die das DWA-Arbeitsblatt 138 für die Versickerungsbemessung fordert. Die Kombination mit einem CPT-Versuch hilft dabei, die Schichtgrenzen metergenau zu erfassen, bevor der Packer gesetzt wird. Nur so vermeidet man Fehlinterpretationen durch verwaschene Horizonte.
Der kf-Wert aus dem Labor ist eine Schätzung. Der In-situ-Versuch nach Lefranc oder Lugeon misst die tatsächliche Durchlässigkeit des ungestörten Gefüges.
Ablauf und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die Ratinger Terrassenkante bringt einen starken hydraulischen Gradienten mit sich. Nach Starkregen, wie beim Unwetter im Juni 2021, staut sich Sickerwasser über den geringdurchlässigen Lösslehmen und sucht sich Wege entlang der Schotterlinsen. Ein falsch bestimmter Durchlässigkeitsbeiwert führt hier zu überdimensionierten Rigolen oder, schlimmer, zu nicht funktionierenden Entwässerungssystemen. Der Lugeon-Test im verwitterten devonischen Sandstein zeigt oft Klüfte, die der Bohrkern nicht preisgibt. Übersieht man diese Wegsamkeiten, steht das Wasser irgendwann im Untergeschoss. Unser Team dokumentiert jeden Versuch lückenlos. Die Protokolle sind damit vor Gericht und gegenüber dem Tiefbauamt Ratingen belastbar. Ein Versickerungsnachweis ohne In-situ-Wert hält keiner Prüfung stand.
Geltende Normen
DIN EN ISO 22282-2:2012-09, DIN 1830:2016-09, DWA-A 138
Verwandte Dienstleistungen
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Ermittlung des kf-Werts in Kiesen, Sanden und Schluffen mittels konstanter oder fallender Druckhöhe. Ideal für Versickerungsgutachten nach DWA-A 138.
Lugeon-Test im Festgestein
Fünfstufiger Wasserabpressversuch zur Bestimmung der Kluftdurchlässigkeit. Anwendung bei Abdichtungsnachweisen und Injektionskontrollen.
Kombinationsmessungen mit CPT
Voraberkundung der Schichtgrenzen mit Drucksonde, dann gezielte Packerplatzierung. Spart Zeit und verhindert Messungen in Übergangszonen.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Ratingen?
Ein einzelner Lefranc-Versuch in Ratingen liegt je nach Bohrtiefe und Messintervall zwischen 650 € und 980 €. Der Lugeon-Test ist wegen des höheren Geräteaufwands etwas teurer. Wir erstellen vorab ein Pauschalangebot auf Basis des Baugrundgutachtens.
Wann ist der Lefranc-Versuch dem Laborversuch überlegen?
Immer dann, wenn das Bodengefüge ungestört bleiben muss. Der Lefranc-Versuch misst die Durchlässigkeit in situ ohne Entnahme und Transport. In geschichtetem Untergrund wie in Ratingen ist das entscheidend, da die Schotterlinsen im Labor zerfallen.
Wie viele Versuche schreibt das DWA-Arbeitsblatt 138 vor?
Das Arbeitsblatt fordert mindestens einen Versuch pro hydrogeologisch einheitlichem Bereich. Bei Wechsellagerungen, wie sie in Ratingen üblich sind, empfehlen wir mindestens drei Versuche pro Baufläche, um die Streuung zu erfassen.
Kann der Lugeon-Test die Injektion ersetzen?
Nein, aber er ist das Kontrollinstrument. Nach der Injektion wird mit dem Lugeon-Test geprüft, ob die geforderte Restdurchlässigkeit erreicht wurde. Er ist damit Teil des Qualitätsnachweises gegenüber dem Bauherrn.
