Ratingen liegt auf einer Höhe zwischen 50 und 180 Metern über NN, und schon dieser Geländesprung prägt unseren Arbeitsalltag. Wir sehen hier oft, wie sich die Bodenverhältnisse innerhalb weniger hundert Meter komplett ändern – vom Niederterrassenkies im Angertal bis zum verwitterten Tonschiefer in den Höhenlagen. Eine Schürfgrube bringt in solchen Übergangszonen Klarheit, denn nichts ersetzt den direkten Blick auf Schichtung, Gefüge und Auffälligkeiten im Untergrund. Mit rund 88.000 Einwohnern wächst Ratingen kontinuierlich, und jeder Neubau, jede Hangbebauung stellt uns vor die Frage: Was liegt wirklich unter der Oberfläche? Unsere Sondierbohrungen geben eine Antwort, auf die Sie bauen können.
Eine Schürfgrube in Ratingens Hanglagen zeigt oft innerhalb von 1,50 Metern den Übergang von verwittertem Fels zu tragfähigem Schiefer – ein Detail, das kein indirektes Verfahren so klar abbildet.
Ablauf und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der geologische Untergrund Ratingens gehört zum nördlichen Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges. Gerade in den Hanglagen oberhalb der Ruhr und Anger treffen wir regelmäßig auf stark geklüftete, entfestigte Ton- und Schluffsteine, die bei Wasserzutritt rasch ihre Festigkeit verlieren. Diese wechselhafte Geologie birgt ein unterschätztes Risiko: Wer sich allein auf Rammsondierungen verlässt, übersieht leicht die unregelmäßige Verwitterungsfront zwischen Lockergestein und anstehendem Fels. Eine falsch eingeschätzte Gründungssohle kann zu Setzungsrissen führen, die sich erst Jahre nach dem Bau zeigen. In den Auenbereichen der Anger kommt ein weiteres Problem hinzu: Hoch anstehendes Grundwasser und organische Einlagerungen in den Auelehmen. Ohne eine gezielte Schürfgrube, die diese weichen Horizonte offenlegt, kalkuliert man die Tragfähigkeit schnell zu optimistisch – mit teuren Folgen für Bodenplatte und Gründung.
Erklärvideo
Geltende Normen
DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 14688: Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik
Verwandte Dienstleistungen
Schürfgrube mit Handschachtung
In beengten Ratinger Innenstadtlagen oder Gärten mit schlechter Zufahrt setzen wir auf manuelle Schachtung. So erreichen wir Tiefen bis 2,5 Meter, ohne schweres Gerät zu benötigen, und gewinnen ein klares Bild der oberflächennahen Schichten.
Bodenklassifikation im Labor
Die entnommenen Proben werden in unserem Labor nach DIN 18196 klassifiziert. Korngrößenverteilung, Plastizität und organische Anteile bestimmen wir mit akkreditierten Verfahren gemäß ISO 17025.
Lastplattendruckversuch
Auf Planumshöhe prüfen wir mit dem Plattendruckversuch die Verdichtungsqualität und den Verformungsmodul. Ein Standard, den wir bei jeder Baugrubensohle in Ratingen empfehlen.
Dokumentation und Gründungsberatung
Unser Team erstellt eine vollständige Fotodokumentation samt Schichtprofil und gibt auf Wunsch eine erste Einschätzung zur zulässigen Bodenpressung – abgestimmt auf die lokalen Erfahrungswerte.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Wann ist eine Schürfgrube in Ratingen sinnvoller als eine Kleinbohrung?
Eine Schürfgrube bietet sich an, wenn der Bodenaufschluss direkt begutachtet werden soll – etwa bei Verdacht auf Auffüllungen, alten Fundamentresten oder unregelmäßiger Verwitterung. In Ratingens Hanglagen können wir so die Felsverwitterungszone weitaus genauer ansprechen, als es mit einer Rammkernbohrung möglich wäre. Zudem entnehmen wir ungestörte Proben direkt aus der Grubenwand, was bei weichen Böden einen großen Vorteil bringt.
Was kostet eine Schürfgrube in Ratingen?
Die Kosten liegen je nach Tiefe, Zugänglichkeit und erforderlichem Verbau zwischen 480 und 780 Euro. Der Aufwand für die Grubensicherung steigt mit zunehmender Tiefe und bei rolligem Boden, wie er in den Niederterrassen der Anger vorkommt. Eine genaue Kalkulation erhalten Sie nach kurzer Besprechung der örtlichen Gegebenheiten.
Welche Tiefe erreichen Sie mit einer Schürfgrube?
Ohne Verbau arbeiten wir bis 1,25 Meter Tiefe, mit Grabenverbaugeräten erreichen wir 3 bis 4 Meter. Die Grenze setzt in Ratingen oft das Grundwasser: In den Auenlagen der Anger steht es schon bei 1,50 bis 2 Metern an, sodass wir die Sohle bewusst oberhalb des Wasserspiegels anlegen.
Wie lange dauert die Erkundung vor Ort?
Eine typische Schürfgrube legen wir in Ratingen an einem halben Tag an – inklusive An- und Abfahrt, Profilaufnahme, Probenahme und ordnungsgemäßer Verfüllung. Bei mehreren Gruben auf einem Baufeld oder schwierigen Zugangsverhältnissen kann sich die Arbeit auf einen ganzen Tag ausdehnen.
