Die DIN EN 1997-1 in Verbindung mit DIN 1054 fordert für Verankerungen im Lockergestein einen standsicherheitstechnischen Nachweis, der die spezifischen Baugrundrisiken des Niederbergischen Landes berücksichtigt. In Ratingen treffen wir regelmäßig auf Wechsellagerungen aus Lösslehm und verwittertem Tonschiefer – ein Untergrund, der bei Aushubtiefen ab 3,50 m ohne korrekte Ankerbemessung schnell kritisch wird. Das Team führt die Vordimensionierung nach dem Krafteckverfahren durch und prüft die globale Sicherheit gegen tiefe Gleitkreise. Für Bauvorhaben am Rande des Angertals kombinieren wir die Ankerstatik mit einer Böschungsstabilität, weil Hangwasser und Schichtneigung die Ankerkräfte signifikant erhöhen. Bei innerstädtischen Baugruben in Ratingen-Mitte binden wir zudem den Aushub-Monitoring in das Sicherheitskonzept ein, um Verformungen an Nachbarbebauung auszuschließen. Jede Bemessung wird durch einen Prüfbericht mit Kriechmaß und Grenzzugkraft dokumentiert.
Ein korrekt dimensionierter Anker überträgt Last in den tragfähigen Baugrund – in Ratingen meist tieferliegende Terrassenkiese – ohne Kriechverformungen im Lösslehm.
Ablauf und Umfang
Lokale Besonderheiten
Ratingen erlebte in den 1960er Jahren einen massiven Wohnungsbau-Boom, bei dem Hänge am Rande des Angertals ohne durchgehende Ankerstatik bebaut wurden – teils mit Flachgründungen auf verwittertem Schiefer. Heute treten dort Kriechbewegungen auf, die sich an Rissen in Stützbauwerken und Pflasterflächen zeigen. Wer einen Baugrubenverbau in Ratingen-Tiefenbroich oder Homberg plant, muss die potenzielle Gleitfuge im Übergang Lösslehm zu Tonschiefer identifizieren. Ein falsch bemessener aktiver Anker kann hier progressive Verformungen auslösen, die sich auf Leitungen und Straßen übertragen. Wir modellieren den räumlichen Erddruck mit Berücksichtigung von Kohäsion und Reibungswinkel und legen die Ankerneigung so, dass die Kraft unterhalb des Lastausbreitungswinkels der Nachbarbebauung bleibt. Bei exponierten Lagen mit Schichtwasseraustritt erhöhen wir die Sicherheit gegen hydraulischen Grundbruch durch eine Drainagebohrung hinter der Ankerwand.
Geltende Normen
DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7, Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 1054:2021-04 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN 1537:2015-10 – Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker, DIN 4125:2020-09 – Verpressanker – Kurzzeit- und Langzeitverhalten
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Typische Parameter
Gängige Fragen
Welche Prüflast ist bei einem Eignungsversuch in Ratingen anzusetzen?
Nach DIN EN 1537 fahren wir die Prüflast auf das 1,3-fache der charakteristischen Gebrauchslast. Bei Lockergestein mit Lössanteil, wie in Ratingen-West häufig, erhöhen wir auf das 1,5-fache, um Setzungseinflüsse aus der Kriechneigung sicher zu erfassen.
Was kostet die Bemessung und Prüfung eines Verpressankers?
Das Honorar für Bemessung, Eignungsprüfung und Abnahmeprotokoll liegt je nach Ankerlänge und Prüfaufwand zwischen €870 und €3.870. Bei mehr als fünf Ankern staffeln wir die Prüfkosten und bieten eine Pauschale für das gesamte Baufeld an.
Wie unterscheiden sich aktive und passive Anker in der Anwendung?
Aktive Anker werden nach dem Einbau vorgespannt und nehmen sofort Last auf – ideal für Baugrubenverbau in Ratingen-Mitte mit geringer Verformungstoleranz. Passive Anker wirken erst bei Bewegung des Erdreichs und eignen sich für Felssicherungen am Angerhang, wo geringe Deformationen zulässig sind.
Muss der Korrosionsschutz für temporäre Baugrubenanker nachgewiesen werden?
Ja, auch bei temporären Ankern mit Standzeit unter zwei Jahren fordern wir einen einfachen Korrosionsschutz nach DIN EN 1537. In Ratingen mit teils saurem Boden-pH durch Verwitterungsprodukte des Tonschiefers ist der Nachweis der Dauerhaftigkeit auch bei Kurzzeitankern bauaufsichtlich relevant.
