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Stützwandbemessung in Ratingen – Geotechnische Nachweise für standsichere Konstruktionen

Wenn der Totalstation-Tachymeter auf dem Baufeld in Ratingen die ersten Achspunkte für eine geplante Stützwand setzt, beginnt für uns die entscheidende Phase der Parameterermittlung. Die Bemessung einer Winkelstütz- oder Schwergewichtswand im Hügelland des Niederbergischen erfordert exakte Bodenkennwerte, denn die quartären Lösslehme und die darunter anstehenden tertiären Sande reagieren sehr unterschiedlich auf horizontale Lasten. Wir kombinieren die Ergebnisse unserer Rammsondierungen mit dem Sondiergestänge der SPT-Bohrung, um den Spitzenwiderstand tiefenabhängig aufzulösen, bevor die eigentliche Stützwandbemessung nach EC7-1 in unserem Labor startet. Gerade in Hanglagen oberhalb des Angerbachs, wo der Porenwasserdruck nach Starkregen sprunghaft ansteigt, ist dieser vorgeschaltete Erkundungsschritt unverzichtbar.

Eine Stützwand in Ratingen muss mehr als den aktiven Erddruck aufnehmen – sie muss die Porenwasserdruckdynamik der Lösslehme im Hang bewältigen.

Ablauf und Umfang

In Ratingen greift die Stützwandbemessung zwingend auf das semiprobabilistische Sicherheitskonzept der DIN EN 1997-1 in Verbindung mit DIN 1054. Die lokale Geologie verlangt dabei besondere Sorgfalt: Die pleistozänen Decklehme westlich der Innenstadt neigen bei Wasserzutritt zu Kohäsionsverlust, so dass wir den Bemessungswert der undränierten Scherfestigkeit cu konservativ abmindern. Für geschichtete Profile mit sandigen Zwischenlagen setzen wir effektive Spannungsparameter an und berechnen die resultierende Erddruckverteilung iterativ. Die Standsicherheitsnachweise GLE, GEO-2 und GEO-3 führen wir mit eigener FEM-Software, wobei wir die charakteristischen Einwirkungen aus der Verkehrslast gemäß DIN EN 1991-2 auf das städtische Umfeld anpassen – die Nähe zur Autobahn A3 mit ihrem Schwerlastanteil ist hier der maßgebende Lastfall.
Stützwandbemessung in Ratingen – Geotechnische Nachweise für standsichere Konstruktionen

Lokale Besonderheiten

Bei einer Baugrube in Ratingen-Hösel trafen wir auf eine Wechsellagerung von Ton- und Feinsandbändern, die im ersten Baugrundmodell nicht erfasst war. Der ursprünglich geplante Winkelstützwandquerschnitt wäre hier ohne Anpassung der Stützwandbemessung in die Kipprichtung gelaufen, weil der passive Erdwiderstand vor dem Sporn im Sand deutlich niedriger ausfiel als im Ton angenommen. Wir haben daraufhin die Einbindetiefe um 75 cm vergrößert und eine Drainagematte hinter der Wand angeordnet, um den Sickerwasseranfall aus der Hangschicht zu fassen. Ohne diese iterative Nachrechnung wäre die Standsicherheit bei Starkregen nicht gewährleistet gewesen.

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Erklärvideo

Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 1054:2010-12 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN 1991-2:2010-12 – Einwirkungen auf Tragwerke – Verkehrslasten auf Brücken

Verwandte Dienstleistungen

01

Erddruckermittlung nach EC7

Berechnung der charakteristischen und designierten Erddruckbeiwerte für aktiven und passiven Fall, Berücksichtigung von Wandreibung und geneigter Geländeoberkante.

02

Nachweise der äußeren Standsicherheit

Führung der Grenzzustände GEO-2 (Gleitsicherheit), GEO-3 (Grundbruch) und EQU (Kippsicherheit) inklusive Lastfallkombinationen für Bau- und Endzustand.

03

Konstruktive Durchbildung und Bewehrungsplan

Schnittgrößenermittlung für bewehrte Stahlbeton-Winkelstützwände, Biegebemessung und Erstellung der Schal- und Bewehrungspläne als Grundlage für die Ausführung.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN EN 1997-1:2014-03 + DIN 1054:2010-12
NachweisverfahrenGEO-2 (Gleiten), GEO-3 (Grundbruch), UPL (Aufschwimmen)
ErddruckansatzAktiver Erddruck nach Coulomb, ggf. erhöhter aktiver Erddruck
Scherparameter Lösslehmφ' = 25°–28°, c' = 2–8 kN/m²
BemessungswasserspiegelAnsatz nach hydrogeologischem Gutachten, plus Starkregenzuschlag
SoftwareGGU-RETAIN, PLAXIS 2D
PrüfberichtStandsicherheitsnachweis mit Lastfalltabellen und Bewehrungsplänen

Gängige Fragen

Was kostet eine Stützwandbemessung in Ratingen?

Für Standard-Winkelstützwände bis 3 m Höhe liegt der Aufwand für die geotechnische Berechnung und Ausführungsplanung zwischen 1.030 € und 1.800 €. Bei komplexeren Bauwerken mit FEM-Modellierung, Baugrubenverbau oder schwierigen Hanglagen bewegen wir uns im Bereich von 2.200 € bis 3.700 €. Sie erhalten vorab ein detailliertes Angebot.

Muss die Stützwandbemessung beim Bauamt vorgelegt werden?

Ja, der Standsicherheitsnachweis ist Teil der Bauvorlagen und muss im Genehmigungsverfahren der Stadt Ratingen durch einen Prüfstatiker geprüft werden. Unser Bericht enthält alle erforderlichen Lastfalltabellen und Nachweise gemäß DIN EN 1997-1, sodass die Prüfung ohne Rückfragen abläuft.

Welche Bodenparameter sind für die Bemessung entscheidend?

Maßgebend sind der Reibungswinkel, die Kohäsion und die Wichte des anstehenden Bodens, die wir durch direkte Scherversuche und Sondierungen direkt am Standort in Ratingen ermitteln. Bei bindigen Böden ist zudem die Konsistenzzahl wichtig, da sie das zeitabhängige Verformungsverhalten steuert.

Wie lange dauert die Bearbeitung einer Stützwandbemessung?

Nach Vorliegen des Bodengutachtens und aller Lastannahmen rechnen Sie mit einer Bearbeitungszeit von 5 bis 10 Werktagen. Bei dringenden Projekten koordinieren wir die Bohrkampagne und die statische Berechnung so, dass Sie den Nachweis innerhalb von 7 Tagen erhalten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Ratingen und Umgebung.

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