Die DIN 4022 in Verbindung mit der DIN EN ISO 17892-4 verlangt für Baugrunduntersuchungen in Ratingen eine präzise Bestimmung der Kornverteilung – besonders wegen der wechselhaften eiszeitlichen Ablagerungen, die den Untergrund der Niederbergischen Region prägen. Wer hier baut, bewegt sich auf Terrassensanden, Lösslehmen oder verwittertem Tonschiefer des Rheinischen Schiefergebirges. Unsere kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse mit dem Aräometer liefert die vollständige Kornsummenkurve, die Sie für die Bodenklassifikation nach DIN 18196 brauchen. Ohne diese Kurve fehlt die Grundlage für jede Frostsicherheitsbewertung und die Abschätzung des Kapillaraufstiegs im Feinkornbereich. Gerade in den Hanglagen nahe dem Angerbach sehen wir immer wieder, wie entscheidend der Feinkornanteil für die Standsicherheit von Gründungen wird. Wir kombinieren die Siebung oft mit einer SPT-Bohrung wenn tiefer liegende Tragschichten zu erkunden sind, deren Kornverteilung das Setzungsverhalten bestimmt.
Eine vollständige Kornsummenkurve ist mehr als eine Laborkurve – sie entscheidet über Frostempfindlichkeit, Drainagefähigkeit und Verdichtbarkeit des anstehenden Bodens in Ratingen.
Ablauf und Umfang
Lokale Besonderheiten
Ein Klassiker im Baugrund Ratingens: Der Boden sieht auf den ersten Blick wie ein gut abgestufter Sand aus, enthält aber einen Feinkornanteil von über 15 Prozent. Die Folgen bei Wasserzutritt sind kapillarer Aufstieg, Frosthebung und eine drastische Reduktion des Reibungswinkels. Ohne Hydrometeranalyse bleibt dieser Anteil unter 0,063 mm unsichtbar – und der Bauherr fragt sich im Winter, warum die Bodenplatte Risse zeigt. In unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten im Neubaugebiet Breitscheid tritt genau dieses Problem bei den dort verbreiteten Geschiebelehmen auf. Die DIN 18196 weist solche Böden als intermediär plastische Schluffe (UL/UM) aus, und die Frostempfindlichkeitsklasse springt sofort auf F3. Das bedeutet: Bodenaustausch oder eine deutliche Mehrmächtigkeit des Frostschutzkoffers. Ein kurzer Blick auf die Kornsummenkurve hätte das frühzeitig geklärt und teure Nachträge vermieden.
Geltende Normen
DIN EN ISO 17892-4:2017-04 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18123:2011-04 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN 18196:2011-05 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 4022-1:1987-09 – Baugrund und Grundwasser – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels
Verwandte Dienstleistungen
Atterberg-Grenzen (Konsistenzgrenzen)
Für bindige Böden mit Feinkornanteil über 40 % bestimmen wir Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12. Die Plastizitätszahl ordnet den Boden in das Plastizitätsdiagramm nach Casagrande ein und liefert die Kurzzeichen nach DIN 18196.
Proctorversuch (Verdichtungsprüfung)
Die Korngrößenverteilung ist der erste Schritt – der Proctorversuch nach DIN 18127 zeigt, wie der Boden sich verdichten lässt. Wir ermitteln Trockendichte und optimalen Wassergehalt für den lagenweisen Einbau im Erdbau.
Wassergehalt und Glühverlust
Standardbegleitung jeder Siebanalyse: Der natürliche Wassergehalt nach DIN EN ISO 17892-1 und der organische Anteil über Glühverlust sind entscheidend für die Klassifikation von Mudden oder humosen Auffüllungen in Ratingen.
Plattendruckversuch (statisch)
Auf dem Planum oder der Schottertragschicht prüfen wir die erreichte Verdichtung mit dem statischen Lastplattendruckversuch nach DIN 18134. Die Verformungsmoduln Ev1 und Ev2 zeigen, ob das Korngefüge die geforderte Steifigkeit erreicht hat.
Typische Parameter
Gängige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer bei Ihnen?
Für eine kombinierte Analyse aus Nasssiebung und Aräometerverfahren nach DIN EN ISO 17892-4 rechnen Sie je nach Probenmenge und Aufbereitungsaufwand mit Kosten zwischen €100 und €150 netto. Der genaue Preis hängt davon ab, ob der Feinanteil vollständig geschlämmt werden muss oder eine Teilfraktion ausreicht. Wir erstellen Ihnen ein verbindliches Angebot, sobald wir die Bodenansprache vorgenommen haben.
Warum brauche ich das Hydrometer, reicht nicht eine einfache Siebung?
Die Siebung allein erfasst nur Körner über 0,063 mm, beim Feinsieben bis minimal 0,04 mm. Der gesamte Schluff- und Tonanteil bleibt dabei unbestimmt. In Ratingen haben wir jedoch häufig Lösslehme und Verwitterungstone mit hohem Feinkornanteil – und genau dieser Anteil steuert Frostempfindlichkeit, Kapillarität und Kohäsion. Ohne Aräometer wissen Sie nicht, ob Ihr Boden als frostsicher (F1) oder stark frostempfindlich (F3) einzustufen ist.
Wie viel Probenmaterial müssen wir für die Analyse bereitstellen?
Die erforderliche Probenmenge hängt vom Größtkorn ab. Für fein- und gemischtkörnige Böden, wie sie im Ratinger Raum überwiegen, reichen in der Regel 2 bis 3 kg. Enthält der Boden Kies oder Steine über 20 mm, benötigen wir 5 kg oder mehr. Die Probe muss als gestörte Materialprobe in einem dichten Beutel verpackt sein, damit der natürliche Wassergehalt nicht entweicht.
Bekomme ich die Kornsummenkurve auch digital für mein Baugrundgutachten?
Ja, Sie erhalten von uns sowohl die tabellarischen Messwerte als auch die grafische Darstellung der Kornsummenkurve als druckfähiges PDF und auf Wunsch als CSV-Datensatz zur direkten Übernahme in Ihre Geotechnik-Software. Die Kurve enthält die Korngrößen in logarithmischer Teilung, die Sieblinie und die abgeleiteten Kennwerte d10, d30, d60 mit Cu und Cc.
